S.T.I.M.M.E. – Solidarisches Team für Integrität, Medien, Mut & Ethos
Pressefreiheit ist kein Selbstzweck –
sie ist das Fundament der Wahrheitspflicht.

Manifest für Haltung im Journalismus

Journalismus ist kein Spiegel, sondern ein Werkzeug der Aufklärung. In Zeiten wachsender Polarisierung, Desinformation und Gleichgültigkeit reicht Neutralität nicht aus. Haltung ist kein politisches Statement, sondern Teil des demokratischen Auftrags. Die Zeiten fordern Mut, Verantwortung und eine neue journalistische Kultur, die sich der Wahrheit verpflichtet und den demokratischen Diskurs stärkt.

1. Integrität – Unabhängigkeit als Fundament

  1. Redaktionen müssen frei bleiben von parteipolitischer, wirtschaftlicher oder persönlicher Einflussnahme.
  2. Wahrheit und Kontext stehen über Einschaltquoten oder Klickzahlen.
  3. Regelmäßige Qualitätsevaluierung redaktioneller Arbeit.
  4. Schutz für Whistleblower und interne Kritikfähigkeit.
  5. Keine falsche Ausgewogenheit: Journalismus ist der Wahrheit verpflichtet, nicht der Quote.

2. Medien – Verantwortung der Plattformen

  1. Sendeflächen müssen kritisch vergeben werden: keine Bühne für Hetze, Desinformation oder Propaganda.
  2. Talkformate brauchen klare Qualitätsstandards: Einladungskriterien, Faktenchecks, Transparenz.
  3. Digitale Plattformen tragen publizistische Mitverantwortung – Algorithmen müssen demokratische Standards fördern.
  4. Öffentlichkeit gestalten heißt: informieren, nicht instrumentalisieren.

3. Mut – Haltung zeigen trotz Gegenwind

  1. Zivilcourage ist journalistische Pflicht, kein Risiko.
  2. Redaktionen sollen ihre Mitarbeitenden ermutigen, Position im Sinne demokratischer Verantwortung zu beziehen.
  3. Betroffene von Angriffen oder Hetze verdienen aktive Unterstützung.
  4. Falschbehauptungen müssen im Moment korrigiert werden – nicht erst danach.
  5. Mut bedeutet, Haltung zu zeigen, auch wenn sie unbequem ist.

4. Ethos – Moralische Basis der Öffentlichkeit

  1. Pressefreiheit ist ein Auftrag – kein Freibrief.
  2. Fairness, Respekt und Verantwortung müssen Grundlage jeder Berichterstattung sein.
  3. Narrative, die Diskriminierung oder Desinformation normalisieren, widersprechen journalistischem Ethos.
  4. Diversität und Demokratie sind keine Themen, sondern Prinzipien.
  5. Ethos bedeutet Verantwortung statt Relativierung.

5. Demokratie und Öffentlichkeit

Demokratischer Journalismus versteht, ohne zu bestätigen. Er berichtet über Stimmungen und Ursachen, nicht über Schlagzeilen und Skandale. Wählerinnen und Wähler dürfen nicht mit Parteien verwechselt werden – Kritik an Extremismus ist kein Angriff auf Menschen, sondern ein Schutz der Demokratie.

6. Meinungsfreiheit vs. Plattformfreiheit

Meinungsfreiheit schützt das Recht zu sprechen, nicht das Recht, unkritisch weiterverbreitet zu werden. Medienfreiheit heißt, dass Redaktionen selbst entscheiden, welche Inhalte publiziert werden – kritisch, faktenbasiert, unabhängig. Das ist keine Zensur, sondern journalistische Verantwortung.